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Microsoft Copilot in M365, was 2026 wirklich besser geworden ist

Drei Jahre Copilot in Microsoft 365. Stand April 2026: was endlich funktioniert, was noch hakt, und ob sich die Lizenz lohnt.

Drei Jahre nach Launch ist Microsoft Copilot in M365 ein anderes Produkt geworden. Im April 2026 lohnt sich ein nuechterner Blick: was funktioniert, was nicht, und ob die 30 USD pro Nutzer pro Monat sich rechnen.

Was funktioniert sehr gut

Outlook: Mail-Zusammenfassung von langen Threads in 3 Saetzen. Antworten-Vorschlag mit Bezug zu vorherigen Mails. Termin-Vorschlag aus Mail-Kontext. Fuer Vielmailer ein klarer Stunden-Sparer.

Teams Meetings: Live-Transkript ist endlich verlaesslich, auch auf Schweizer Hochdeutsch. Meeting-Notizen werden automatisch geschrieben, Action-Items als To-Do extrahiert. Wer am Meeting fehlt, bekommt eine Zusammenfassung im Chat. Das spart pro Person und Woche locker 1 Stunde.

Word: “Schreibe mir einen Vertragsentwurf basierend auf diesen Vorgaben”. Format-konsistent mit Firmen-Vorlagen. “Pruefe diesen Text auf Konsistenz” findet wirklich Widersprueche.

Was noch hakt

Excel: Pivot-Tabellen aus natuerlicher Sprache funktioniert ok, aber komplexe Formeln werden oft falsch generiert. Wer SVERWEIS oder INDEX-VERGLEICH gewohnt ist, bleibt schneller dabei. Code-Interpreter-Anbindung fuer Datenanalyse haengt drei Schritte hinter ChatGPT zurueck.

SharePoint-Suche: Theoretisch grossartig, in der Praxis hilft Copilot oft nicht, das richtige Dokument zu finden. Stark abhaengig davon, wie sauber die SharePoint-Berechtigungen sind. Bei chaotischen SharePoint-Strukturen (90% der KMU) kein Glanzlicht.

Power Platform: Power Automate plus Copilot ist umstaendlich, kleine Workflows lassen sich gut bauen, mittelgrosse Workflows explodieren in Komplexitaet. Hier reicht ChatGPT plus Zapier oft.

Die unbequeme Wahrheit

Copilot ist 2026 ein gutes Tool fuer mittelgrosse Firmen mit sauberer M365-Architektur. Wenn deine Firma:

  • Outlook und Teams als Hauptkommunikation nutzt
  • SharePoint geordnet hat
  • Excel hauptsaechlich fuer Berichte verwendet, nicht fuer komplexe Modelle
  • 30 USD pro Person pro Monat verkraften kann

dann lohnt es sich. Drei bis fuenf Stunden pro Person pro Monat sind realistisch.

Wenn deine Firma:

  • ChatGPT-Plus-Lizenzen fuer einzelne Power-User hat (35 USD/Monat)
  • nicht stark in Teams arbeitet
  • SharePoint chaotisch ist
  • viel Daten-Analyse macht

dann ist ChatGPT-Team-Account oder Claude-Team mit 25 bis 30 USD pro Person oft besser.

Schweizer Praxis

Bei meinen KMU-Kunden sehe ich zwei Muster:

Muster 1: Banken, Versicherungen, Verwaltungen, die schon tief in M365 sind. Copilot ist hier alternativlos, weil Datenpfad und Compliance ohnehin geregelt sind. Adoption typisch 60 bis 70 Prozent nach 3 Monaten.

Muster 2: KMU mit gemischtem Stack (Google Workspace plus M365 plus Drittanbieter). Hier ist Copilot oft der schwaechere Kompromiss. Bessere Kombination: ChatGPT Team plus Notion AI plus eigener FirmenGPT auf eigenen Daten.

Was wir in den Schulungen aktuell raten

Wenn ihr M365 habt: Copilot fuer einen Pilot-Bereich (HR oder Vertrieb) lizenzieren, 3 Monate testen, dann entscheiden. Nicht firmenweit ausrollen ohne Pilot.

Wenn ihr Mischstack habt: Erst klaeren wo die meiste Wertschoepfung liegt. Oft ist es nicht in M365, sondern im CRM oder im Kundenkontakt. Copilot loest das nicht.

Wenn ihr Google Workspace habt: Gemini in Workspace ist 2026 ebenbuertig zu Copilot, ein Drittel guenstiger. Pruefen statt automatisch zu Microsoft wechseln.

Take-aways

  1. Copilot ist solide geworden, aber nicht magisch. Outlook und Teams sind die Stars, der Rest ist Mittelmass.
  2. Lizenz-Entscheid haengt am Tool-Stack: M365-tief = ja, gemischt = oft nein.
  3. Schweizer Tenant in Switzerland-North-Region ist 2026 verfuegbar, das macht revDSG-Compliance einfach.
  4. Pilot vor Roll-Out: 3 Monate, eine Abteilung, dann faktenbasiert entscheiden.

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